Es gibt Männer, die nackt posieren mit der Schwere einer Kathedrale. Und dann gibt es Victor — Lächeln von Ohr zu Ohr, Schwanz der aus dem Slip ragt, Tattoos überall, und eine entwaffnende Natürlichkeit, die jedes Bild gleichzeitig erregend und fröhlich macht. Fotografiert von Bob Burkhardt, einem in Atlanta ansässigen Kunstfotografen und einer unverzichtbaren Figur der amerikanischen schwulen Männerakt-Fotografie, pendelt diese Serie zwischen dem lichtdurchfluteten Schlafzimmer und einem üppigen Unterholz — zwei Kulissen, ein und derselbe Körper, der sich ohne Komplexe zeigt.
Victor ist asiatisch, kompakt, durchtrainiert ohne massig zu sein — die Art von Körperbau, die in ein enges T-Shirt passt, aber ihre wahren Proportionen erst nackt offenbart. Kurze schwarze Haare, rundes Gesicht mit feinen Zügen, und vor allem dieses strahlende Lächeln, das alles verändert. Weit entfernt vom Modell, das auf düster macht. Hier scheint der Typ richtig Spaß zu haben, und das sieht man. Stehend an einer Wand, Arme hinter dem Kopf verschränkt, trägt er einen dunkelgrauen Slip, aus dem sein Geschlecht ragt, dick, entspannt — und er lächelt, als wäre es das Natürlichste der Welt. Genau das macht den Charme der Serie aus: die völlige Abwesenheit von Pose, die pure Freude, nackt vor einem Objektiv zu sein.
Der Körper ist ein beeindruckendes Tattoo-Terrain. An der linken Flanke zieht sich ein massives Stück im japanischen Neo-Traditional-Stil vom Brustkorb bis zum Oberschenkel — Figuren, Kreaturen, dichte schwarze Tinte. Nahe der linken Brustmuskel ein geometrisches Motiv mit einem zentralen Auge, fast heilig. Aber der Rücken verschlägt einem den Atem. Bäuchlings auf weißen Laken liegend, Arme verschränkt, schöner runder glatter Arsch in der Luft, enthüllt Victor ein monumentales Rückenfresko: eine rote Schlange, die über die gesamte Rückenbreite schlängelt, eine schwarze Pfingstrose, ein geometrisches Mandala, Drachenelemente — alles im traditionellen japanischen Stil mit roten und schwarzen Farbakzenten, die auf der hellen Haut knallen. Es ist eines der schönsten Bilder der Serie: der Kontrast zwischen der Weichheit der zerknitterten Laken und der grafischen Kraft der Tinte.
Dann ist da noch das Draußen. In einem dichten, sonnendurchfluteten Unterholz steht Victor mit dem Rücken zum Objektiv, leuchtend gelbes Tank-Top über die Brust hochgezogen, nackter Arsch in der Luft, tätowierte Schenkel in der Vegetation verwurzelt. Das Gelb des Stoffs explodiert gegen das tiefe Grün des Blätterwerks, und das natürliche Licht modelliert die prallen Pobacken mit einer Präzision, die nichts dem Zufall überlässt. Es ist ein Bild, das gleichzeitig roh und leuchtend ist, wie ein gestohlener Polaroid bei einer Wanderung, die entgleist.
Nackt auf dem Bett liegend, die rosa und roten Kissen im Hintergrund, zeigt er seinen dicken Schwanz auf dem Bauch ruhend, dick im entspannten Zustand, im weichen Licht eines späten Vormittags. Er lächelt wieder, Hand hinter dem Kopf, entspannt wie an einem Sonntagmorgen nach dem Kaffee. Bob Burkhardt — ehemaliger Grafiker, der sich 2000 zum Fotografen wandelte, Autor der Bücher Body and Soul und Besitzer der Galerie pb&j in Atlanta — weiß, wie man solche Momente einfängt: Intimität ohne Künstlichkeit, der Akt als natürlicher Zustand. Mit Victor findet er ein Modell, das genau das verkörpert — ein Mann, der entspannt mit seinem Körper, seinen Tattoos und seiner Nacktheit umgeht, und der dich fühlen lässt, dass du mit ihm im Raum sein könntest.
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Fotos: Bob Burkhardt (X)










