Wir alle kennen diese Fantasie: den schönen bärtigen Kerl, der nackt in seiner Wohnung herumhängt, sich in der Küche einen Kaffee macht, ohne sich die Mühe zu geben, etwas anzuziehen. Ybalasiano ist genau das — außer dass er seine Tattoos wie ein zweites Kleidungsstück trägt und diesen dunklen, intensiven Blick hat, der dich mit ruhiger Selbstsicherheit fixiert. Die Art von Typ, dem man auf Grindr begegnet und der einen dazu bringt, nach rechts zu swipen, bevor man überhaupt die Bio gelesen hat.
Diese Serie folgt ihm in jeden Raum seines Zuhauses. In der mandelgrünen Küche, völlig nackt, an die Arbeitsplatte gelehnt mit einer strategisch platzierten Milchtüte — die Art von Bild, die genauso sehr mit Humor wie mit Erotik spielt. Auf dem grünen Samtsofa, in roter Spitze, die eine großzügige behaarte Brust durch den Stoff erahnen lässt. Unter der Dusche, das Wasser, das über seine matte Haut, seinen Bart, seine tätowierten Oberschenkel rinnt. Und auf dem Bett, auf dem Rücken liegend vor dem Spiegel, seine schönen runden Pobacken der Kamera darbietend, während die Spiegelung die Tattoos vervielfacht, die seine Beine bedecken.
Ein Körper, der Geschichten erzählt
Denn es ist unmöglich, über Ybalasiano zu sprechen, ohne über seine Tattoos zu sprechen. Seine beiden Beine sind vollständig mit figurativen Zeichnungen bedeckt — Schädel, Figuren, Motive, die man eins nach dem anderen entziffern möchte, aus der Nähe, ganz nah. Dieser tätowierte Typ bis zu den Oberschenkeln trägt ein ganzes Universum auf seiner Haut, und der Kontrast zwischen dieser dichten Tinte und dem braunen Haarwuchs seiner Brust schafft etwas visuell Süchtiges. Man will alles betrachten, alles erkunden.
Und dann sind da diese Outfits. Dieses rot-schwarz verlaufende Spitzentop, getragen mit einer engen Shorts, die tätowierten Oberschenkel, die herausragen — es ist queer, es ist selbstbewusst, es ist sexy. Noch stärker: dieser Anzug mit Kirchenfenster-Print, eng anliegend, der jede Kurve seines gedrungenen und muskulösen Körpers nachzeichnet. Von hinten im Spiegel gesehen, die nackten Pobacken, die unter dem heiligen Stoff hervorragen, ist ein Bild, das an heilige Provokation grenzt. Ein nackter Mann, bekleidet mit religiösen Ikonen — die queere Kultur liebt diese Spannung zwischen Hingabe und Subversion, und Ybalasiano verkörpert sie mit entwaffnender Natürlichkeit.
Die Erotik des Alltags, queere Version
Was die Stärke dieser Serie ausmacht, ist, dass wir nicht in der Performance sind. Ybalasiano posiert nicht wirklich: er lebt. Seine bunte Wohnung, die Bilder an den Wänden, die am Kühlschrank angepinnten Fotos, die Pflanzen — all das schafft einen authentischen Rahmen, der die Nacktheit noch verstörender macht. Dieser schöne haarige Kerl mit dem sanften Blick und dem kantigen Kiefer braucht keine Kunstgriffe. Er ist zu Hause, er fühlt sich wohl in seinem Körper, und dieses Selbstvertrauen ist unbezahlbar.
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Fotos: nim.road












