Es gibt Models, die man sich anschaut und die man schätzt. Und dann gibt es Stas, den man sich anschaut und mit dem man sofort ein Glas trinken gehen möchte — oder eigentlich gar nichts trinken will. Der Typ hat diese Ausstrahlung von Dreißigern, die schon etwas mitgemacht haben und ein paar Dinge im Leben gesehen haben: feiner Schnurrbart wie ein 70er-Jahre-Cop, dunkler, etwas müder Blick, Lächeln, das nicht bis zu den Augen reicht. Und einen Körper von einem Mann, der arbeitet, der schwitzt, der sich bewegt. Nicht so ein übertrainierter Fitnessstudio-Körper.
Die Serie beginnt in einem Hotelzimmer, in Schwarz-Weiß. Stas sitzt auf der Bettkante, den Rücken an einen schrägen Spiegel gelehnt, Tattoo an der Schulter, noch in weißer Unterhose. Das Licht fällt durch ein Fenster daneben herein. Der Spiegel reflektiert sein Profil, und man hat das Gefühl, jemanden zu erwischen, der sich selbst betrachtet. Etwas Scham, etwas Provokation, und diese Art, wie echte Kerle (mit großem K) ihr eigenes Spiegelbild betrachten, ohne sich zu bewundern.
Dann wechselt es zu Farbe. Hellgrünes Treppenhaus, müdes Gelb, umgedrehte Kappe, nachtblaues T-Shirt, das unter den Armen etwas klebt. Weiße Unterhose, die sich straff um den Hintern spannt. Die Hand am Holzgeländer, die Hose hängt um die Knöchel, als wäre er mitten in der Bewegung überrascht worden. Du spürst den Nachmittagsschweiß, den schlecht belüfteten Flur, das gelbe Neonlicht. Das ist sehr Pasolini, nur moderner. Und sehr geil dazu.
Was Fiorentino kann, und was sich von den geleckten Studioshootings unterscheidet, die man überall sieht, ist dem Kerl Raum zum Atmen zu lassen. Keine starren Posen, kein Licht, das alle Unperfektion wegbügelt. Man sieht die Haare an den Unterarmen, das Tattoo, das unter dem Ärmel hervorlugt, die Abdrücke des Gummibands der Unterhose an der Hüfte. Man sieht, dass er sich gerade bewegt hat. Das ist Erotik — nicht die Statue, sondern der Typ, der sich gerade umgedreht hat, weil er ein Geräusch im Treppenhaus gehört hat.
Die Rückkehr des schnurrbärtigen Daddys
Was das Aussehen angeht, erfüllt Stas alle Kriterien einer bestimmten ästhetischen Renaissance, die wir lieben: feiner Schnurrbart, kantiger Kiefer, hoher Pferdeschwanz, und diese weiße 90er-Unterhose, die wir mit den Bad Boy-Partys von Pigalle für verschwunden hielten. Es ist fast vintage, es ist völlig aktuell. Der Ende-Dreißiger-Daddy ist zurück, Jungs, und er trägt seinen Schnurrbart wie eine Signatur.
















