Michel Seberg: Die rohe Schönheit eines Burschen

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Es gibt Typen, die brauchen Filter, Ringlicht und Retusche. Und dann gibt es Michel Seberg. Ein Bursche von BelAmi, fotografiert in einer verlassenen Wohnung mit abblätternder Farbe, einem verschlissenen Blumensessel und natürlichem Licht, das durch schmutzige Fenster fällt — und das reicht. Mehr als genug. Es ist genau die Art von Serie, die dich daran erinnert, warum BelAmi nach dreißig Jahren immer noch das Studio ist, das aus dem Nichts Fantasien erschafft.

Michel hat die klassische Figur des osteuropäischen Twinks à la BelAmi, aber mit etwas Besonderem. Dunkelbraune Haare, kurz an den Seiten, länger und leicht wellig oben — die Art Frisur, die er genauso gut nackt wie unter einer umgedrehten Cap trägt, die ihm das Aussehen eines nach Prag verirrten kalifornischen Skaters verleiht. Helle Augen — grün oder blau je nach Licht — tief unter dicken, geraden Augenbrauen liegend, mit dieser Art dich seitlich anzublicken, die zwischen Einladung und Herausforderung schwankt. Ein kantiges Gesicht, ein gemeißelter Kiefer, volle, rosa Lippen. Kein Bart, kaum Flaum am Kinn. Er ist Anfang zwanzig und trägt das wie einen perfekt geschneiderten Anzug.

Der Körper ist vom gleichen Kaliber: schlank, trocken, straff, ohne ein Gramm Überflüssiges. Definierte Brustmuskeln, aber nicht aufgepumpt, ein sichtbares Sixpack, das sich vertieft, wenn er sich auf das Sofakissen legt, runde Schultern, einen muskulösen und gewölbten Rücken, einen flachen Bauch, der in einer natürlichen braunen Schambehaarung endet. Die Haut ist golden, gebräunt, als würde das ganze Licht des Raumes an ihm haften bleiben statt an den Wänden. Auf der linken Hüfte ein Tattoo in Form eines Nautischen Sterns — der einzige Schmuck an einem Körper, der ihn nicht braucht.

Und dann ist da der Arsch. Darüber muss man sprechen. Auf dem Foto, wo er kniet, Cap umgedreht, tropische Shorts auf die Oberschenkel runtergezogen, blickt er über die Schulter und lächelt kaum — und hinter ihm zwei runde, feste, glatte Backen, gewölbt wie zwei Sommerfrüchte. Die Art von schönem Arsch, kompakt und muskulös, in den man reinbeißen möchte. Es ist das Foto, das das ganze Talent von BelAmi zusammenfasst: einen nackten Jungen in einem leeren Raum in ein Bild zu verwandeln, von dem man die Augen nicht lassen kann.

Der Rest der Serie schwankt zwischen dezent und explizit. Auf einem Stuhl sitzend, Beine gespreizt, eine Hand auf seinem ruhenden Glied — der Bildausschnitt ist eng genug, um ahnen zu lassen, ohne alles zu zeigen. Kniend neben dem Sessel, völlig nackt, Schwanz halb steif, der Körper dreiviertel im Licht gedreht — wir sind im Bereich des künstlerischen Akts, der zu Softporno kippt, ohne je seine Eleganz zu verlieren. Und am Boden liegend, den Rücken gegen das Blumenkissen gelehnt, Arme hinter dem Kopf, Beine angewinkelt — die klassische Pose des Burschen, der weiß, dass er schön ist und dich so lange hinschauen lässt, wie du willst.

Michel Seberg ist nicht das bekannteste BelAmi-Model. Aber er ist vielleicht derjenige, der die Philosophie des Studios am besten verkörpert: Jungs, die zum Sterben schön sind, fotografiert mit Licht, das sie in lebende Gemälde verwandelt, in Kulissen, die nichts kosten und alles bringen. Stehst du auf das Gesicht oder den Arsch? Sag’s in den Kommentaren.

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