George East, der Engländer der nackt reist

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Es gibt Kerle, die sich ein Spielfeld aussuchen und dabei bleiben — immer dasselbe Hotelzimmer, immer dasselbe Licht, immer derselbe Selfie-Winkel. Und dann gibt es George East, der beschlossen zu haben scheint, dass seine nackte Silhouette alle zwei Monate einen Tapetenwechsel verdient hat.

Der Typ ist Engländer, brünett mit Locken, bärtig, schlank, und hat sich irgendwo um Barcelona niedergelassen. Ein Großteil seiner Fotos trägt übrigens den Slug georgearoundbcn — rund um Barcelona, wie ein Programm. Man sieht ihn auf der Terrasse eines kleinen mediterranen Hauses sitzen, Jogging-Shorts nach unten gezogen, Schwanz der rausguckt, Sneaker an den Füßen und den Blick verloren zum Horizont. Es ist Sonntag, es ist heiß, niemand wird klingeln. Warum nicht die Gelegenheit nutzen?

Körperlich haben wir es mit einem natürlichen Kerl zu tun — kein Bodybuilder, kein rasierter Twink. Schlanker und drahtiger Körper von einem Typ der Fahrrad fährt statt Gewichte zu stemmen, blasse Haut eines Engländers der eine spanische Saison mitgenommen hat ohne zu übertreiben, buschige Schamhaare im Naturzustand belassen, und ein hübscher brauner Vollbart im Wildwuchs der die Kieferlinie zeichnet. Lockige Haare nach hinten gekämmt, manchmal von einer Wollmütze platt gedrückt. Die Ästhetik des Typs der London verlassen hat um besser zu leben, und der die Gelegenheit nutzt sich regelmäßig nackt zu zeigen.

Dort wo George wirklich interessant wird, ist dass er sich nicht mit dem Mittelmeer begnügt. Ein Teil der Fotos stammt aus einem verschneiten skandinavischen Wald, überall Tannen, weißer Boden, braune Mütze auf dem Kopf, Wanderschuhe an den Füßen, blaue Wollsocken — und sonst nichts. Der Kerl spaziert nackt auf einem gefrorenen Felsen, den Blick zu den Baumkronen gerichtet, als würde er Ausschau halten für eine zukünftige Outdoor-Sauna. Falls du noch nie einem Nordländer begegnet bist der im Winter aus dem Mitternachtsbad steigt, genau so sieht das aus.

Besondere Erwähnung für den Jahreszeitenkontrast den man in seiner Galerie durchscrollen sieht. Sommer in Barcelona, Winter im skandinavischen Wald, blauer Himmel, grauer Himmel, gebräunte Haut, frierende Haut. George East hat aus seinem Nudismus ein Reisetagebuch gemacht. Du brauchst keinen Globetrotter-YouTube-Kanal zu abonnieren, du musst nur scrollen: Terrasse-Sonne, Strand-Sonne, Pfad-Schnee, Wald-Schnee, zurück nach Barcelona. Immer derselbe Kerl, nie dasselbe Klima. Immer derselbe Arsch, nie derselbe Bildschirmhintergrund.

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