Porzellanweiße Haut, zerzaustes schwarzes Emo-Haar, gemeißelte Gesichtszüge und ein schlanker Körper, umhüllt von dunkler Spitze wie eine Figur aus einem Goth-Roman. Mychajlo Deneka, ein Model ukrainischer Herkunft, ist die Art von Kerl, der einem in der Welt der schwulen Männerakte nicht oft über den Weg läuft: androgyn, scheinbar zerbrechlich, aber mit einer magnetischen Ausstrahlung, die den Blick einfängt und nicht mehr loslässt. Und diese Serie von Queerscapes alias Ed Galloway treibt den düsteren Erotizismus auf ein Level, das man selten sieht.
Drei Bilder, drei Stimmungen, und jedes trifft anders. Zunächst das Porträt: Mychajlo im Profil, die Augen gesenkt, eine nackte Schulter, die aus der Dunkelheit hervorkommt, die Finger an einen schwarzen Spitzenschleier geklammert. Das Licht berührt nur das Wesentliche — das hervorstehende Schlüsselbein, die Kieferlinie, die Mulde des Halses. Das ist die Art von Bild, die an das Chiaroscuro von Caravaggio erinnert, nur dass das Motiv kein heiliger Ekstase-Mann ist, sondern ein nackter junger Mann, der sich etwas Fleischlicherem hinzugeben scheint.
Dark Romance und queere Erotik
Dann kommt die Rückenansicht, und da kippt alles. Mychajlo von hinten im Dreiviertelprofil, die Hand in den eigenen Nacken gelegt, der nackte Rücken in Chiaroscuro beleuchtet, die Lendengrube, die zu einem schönen knackigen Arsch hinabführt. Ein ornamentales Kreuz-Tattoo am unteren Rücken — diese so konnotierte Stelle — verleiht dem Ganzen eine provokante Note. Der Ohrring fängt einen Lichtreflex ein, ein kleines Tattoo ist im Nacken zu erahnen. Alles an diesem Bild atmet Dark Romance: die Spitze, die Dunkelheit, die blasse Haut, die Kurve der Hüften. Wir befinden uns irgendwo zwischen Underground-Modeporträt und anspruchsvoller Erotikfotografie.
Und dann gibt es das dritte Bild, das frontalste, das krasseste: eine Nahaufnahme seines Schwanzes im Ruhezustand, nah gerahmt, die blonde Schambehaarung, die mit der hellen Haut kontrastiert. Es ist ein Bild, das bewusst mit dem Rest der Serie bricht — nach der Zartheit und dem Mysterium die nackte Realität, ungefiltert. Dieser Schock zwischen der gotisch-romantischen Ästhetik und dem Realismus des nackten Körpers erzeugt eine Spannung, die den gesamten queeren Ansatz dieser Serie zusammenfasst: männliche Schönheit muss nicht zwischen dem Erhabenen und dem Derben wählen, sie kann beides zugleich sein.
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Fotos: Queerscapes aka Ed Galloway (Bluesky)













