Kein Gesicht. Kein Nachname. Nur ein muskulöser Körper unter der Dusche, Wasser, das über definierte Bauchmuskeln läuft, ein dicker fetter Schwanz, der zwischen kräftigen Oberschenkeln hängt, und Hände, die sich genau da hinlegen, wo dein Blick sowieso hinwandert. Marc — bekannt unter dem Pseudonym kenzukimarc — zeigt sich in Schwarz-Weiß vor der Kamera von John Falocco, und die Abwesenheit des Gesichts macht jedes Bild noch intensiver, noch intimer. Du weißt nicht, wem dieser Körper gehört, und genau das lässt dich bleiben.
Der Hauptschauplatz ist eine geflieste Dusche, alltäglich, fast klinisch — die Art, die man in jedem Umkleideraum oder Wohnungsbadezimmer findet. Aber genau dieser Realismus lässt die Bilder funktionieren. Marc posiert dort nackt, nasse Haut, Wassertropfen auf Brustmuskeln und Bauch, Hände auf den Bauchmuskeln oder entlang des Beckens. Der Bildausschnitt schneidet systematisch oberhalb des Mundes ab — man sieht das Kinn, die Lippen, manchmal den Kiefer, aber nie die Augen. Das verwandelt den Körper in anonymes Territorium, in eine offene Fantasie: die des Typen, dem du in der Umkleide begegnest und von dem du den Blick nicht abwenden kannst. Die dicken Brustmuskeln, die Furche zwischen den Bauchmuskeln, die natürliche dichte Schambehaarung, der schwere Schwanz, der gerade herabhängt — alles ist da, exponiert, mit einer Direktheit, die keinen Raum für Zweideutigkeit lässt.
Die Studioaufnahmen treiben es noch weiter. Vor schwarzem Hintergrund, seitlich beleuchtet, wird Marcs Körper fast skulptural — eine anatomische Studie in Hell-Dunkel. Arm über die Brust gekreuzt, Hand auf die gegenüberliegende Schulter gelegt, der Schwanz frei hängend in einem streifenden Licht, das jede Muskelfaser zeichnet. Die Haut ist glatt, die Formen sind klar, und das Schwarz-Weiß verwandelt das Fleisch in Marmor. Dann gibt es die Großaufnahme — die Hand, die fest den dicken Schwanz umfasst, die kurz rasierte Schamgegend, die leicht behaarten Oberschenkel. Es ist roh, direkt, ohne jeden künstlerischen Filter zum Verstecken. Und das macht die Serie so wirkungsvoll.
John Falocco ist ein Fotograf aus Warren, New Jersey, der seit mehr als fünfunddreißig Jahren männliche Akte fotografiert. Veröffentlicht in DNA, L’Amour, Beautiful Mag, und Autor mehrerer Kunstbücher einschließlich der Bodyscapes-Serien, arbeitet er hauptsächlich zwischen New York, Miami und Los Angeles. Sein Stil schwankt zwischen dem Klassizismus des künstlerischen Akts im Studio und einem roheren, direkteren Ansatz, wie hier. Mit Marc liefert er eine reduzierte Serie ab, die alles auf den Körper setzt — kein Dekor, keine Inszenierung, keine Erzählung. Nur Haut, Wasser, Licht und einen Schwanz, den du so schnell nicht vergessen wirst.
Fotos: John Falocco












