Es gibt eine ganz spezielle Fantasie, die diese Serie aktiviert: die vom Kerl im schwarzen Anzug, der in einem abgewetzten Ledersessel sitzt, in einem bürgerlichen Wohnzimmer mit grünen Wänden und kubistischen Gemälden in goldenen Rahmen — und der ohne Hast sein Hemd öffnet, den Gürtel löst und seinen dicken Schwanz aus der Anzughose holt. Willkommen in der Welt von Bartek Bialy, polnischer Fotograf und Model, der hier eine Serie von Selbstporträts mit perfekt beherrschter erotischer Arroganz präsentiert.
Die Kulisse gibt sofort den Ton vor. Helles Parkett, abgewetzte Leder-Clubsessel, dunkelgrüne Wände, ein kubistisches Gemälde à la Picasso in goldenem Rahmen. Wir sind irgendwo in einer osteuropäischen Wohnung — Prag, Warschau, Budapest, egal wo — der Typ von Ort, wo man Whiskey ohne Eis trinkt und Gespräche bis 3 Uhr morgens dauern. Bartek posiert dort im taillierten Anzug, weißes Hemd offen, Lackschuhe, Uhr am Handgelenk. Die Art Mann, der aussieht, als würde ihm der Raum und alles darin gehören. Er legt einen Finger an die Lippen, fixiert dich mit seinen dunklen Augen, und du weißt schon, dass es eskalieren wird.
Der Anzug öffnet sich, und alles beschleunigt sich
Und es eskaliert. Das Hemd öffnet sich über einer sehr haarigen Brust, dicht, rau — eine dicke Körperbehaarung, die vom Schlüsselbein bis zum Bauch und darüber hinaus reicht. Die Blazerärmel sind noch an Ort und Stelle, als der Hosenstall nachgibt. Im Clubsessel sitzend, Beine gespreizt, präsentiert er einen dicken Schwanz, der aus der Hose herausragt und gegen den dunklen Anzugsstoff liegt. Der Gürtel hängt herab, das Hemd klafft auf, und er — kahlgeschoren, Dreitagebart, kantige Kinnlinie — beißt auf seinen Finger und schaut dich an, als hätte er dir gerade eine Frage gestellt, die du nicht beantworten musst. Das ist das stärkste Bild der Serie: ein Kerl, der gleichzeitig angezogen und nackt ist, die Erotik des Kontrasts zwischen Anzug und Fleisch. Dann aus einem anderen Winkel, diesmal stehend, Beine gestreckt, Hose offen, Hand am Schwanz, die Zunge über die Lippen gleitend. Intensiv.
Später ist der Anzug verschwunden. Nur noch das offene weiße Hemd, eine schwarze Boxershorts und schwarze hohe Socken bleiben übrig. Im Sessel sitzend, ein Bein hochgezogen, die massigen behaarten Oberschenkel entblößt, hat er die Ausstrahlung eines Kerls, der von einer Party zurückkommt, wo er genau das gemacht hat, was er wollte. Der Kontrast zwischen der Eleganz der Kulisse und diesem halb entkleideten Körper macht den ganzen Reiz der Serie aus. Das ist kein Striptease — das ist ein Mann, der sich erlaubt, das Spiel nicht mehr mitzuspielen, langsam, vor seiner eigenen Kamera.
Denn Bartek Bialy ist sowohl Model als auch Fotograf. Diese Selbstporträts sind mit einem Sinn für Bildkomposition und Beleuchtung inszeniert, der echtes Know-how verrät — gedämpftes Licht, dramatische Hell-Dunkel-Kontraste, die Schatten auf Wangenknochen und Händen modellieren, Wechsel zwischen warmen Farben und kontrastreichem Schwarz-Weiß. Das Ergebnis erinnert an eine geschnittene Szene aus einem europäischen Film der 70er Jahre, irgendwo zwischen Visconti und Pasolini — ein Mann allein in einem schönen Raum, mit seinem Körper als einziger Gesellschaft. Es ist männlich, es ist sophisticated, und es ist sehr, sehr erregend.
Fotos und Model: Bartek Bialy























